Über uns - Die Geschichte der Bierbrauerei

Die Résidence La Vie en Rose ist in einem besonderen Gebäude beheimatet. Die Geschichte ist sehr stark mit der reichen Bierbrauerdynastie in Limburg verbunden. Im Jahr 1830 hat Noord-Limburg mehr als 129 (landwirtschaftliche) Brauereien. Es wurde zur dieser Zeit nur sehr wenig gebraut, da das Bier nur begrenzt haltbar war. Der Verkauf fand im eigenen Gasthaus statt. Die Geschichte des Bierbrauens in Lottum begann mit Matthias Bos, geboren im Jahr 1712. Durch die Jahrhunderte braute die Familie Bos in Lottum (und in Grubbenvorst) unter dem Brauereinamen „Het Anker“ (ein Anker ist Fass Bier mit einem Inhalt von ungefähr 40 Litern). Die Familie Bos war in Lottum außerdem noch als Küster und auch als Bürgermeister bekannt.

Brauerei „Het Anker“

Die Geschichte begann mit Hendrik Lambert Bos (geboren 1832). Es ist nicht bekannt, in welchem Alter er Braumeister wurde oder ob er die Brauerei seines Vaters übernahm. Er braute um das Jahr 1870 im jetzigen Markt 8. Sein landwirtschaftliches Unternehmen bestand aus einer Brauerei mit Café. Neben ihm lebte sein Bruder Antoon Bos (geboren am 04.08.1836), der eine Bäckerei führte. Lambert war nicht verheiratet. Im Jahr 1871 plante er, nachdem der Erwerb des Schlosses „de Borggraaf“ nicht gelang, neben seiner Brauerei ein Herrenhaus mit Bauernhof zu errichten. Im Jahr 1880 wurde es fertig gestellt.

Das Herrenhaus und die Brauerei sind direkt miteinander verbunden. Im Keller des Herrenhauses befanden sich ein Gewölbe und ein Wasserbrunnen. Vermutlich wurde hier auch Bier produziert. Der Bauernhof wurde in einer L-Form gebaut und direkt neben dem Herrenhaus errichtet. Schauen Sie sich das Bild an. Der Gebäudekomplex wird zur Straße mittels eines großen Tores geschlossen. Im Bauernhof waren der Wohntrakt, die Stallungen und diverse Lagerplätze.

1895 starb Hendrik Lambert Bos im Alter von 63 Jahren. Da er nicht verheiratet war, übernahm sein Bruder Antoon, zusammen mit seiner Frau Hubertina Joanna Schraven die Brauerei. Ihre Verbindung bleibt kinderlos. 1901 stirbt auch Antoon und Joanna führt die Brauerei fort. Nach dem Tod von Joanna Schraven, im Jahre 1907, übernahm Johan August Schraven (geboren 23.3.1881), der älteste Sohn des Bruders von Johanna, die Brauerei.

Die Gründung der Stoombierbrauerei “De Vriendenkring”

Die industrielle Revolution drang Mitte des 18. Jahrhunderts langsam in die Grenzgebiete von Noord-Limburg ein, so auch in das Brauereiwesen. Ende des 18. Jahrhunderts gab es in den Niederlanden diverse industrielle Brauereien, die Dampf-/ und Kühlmaschinen nutzten, um die Qualität des Bieres zu verbessern und es länger haltbar zu machen. Durch den Ausbau von verschiedenen Bahnverbindungen zwischen einigen großen Städten in den Niederlanden und in Deutschland hatte die Bierindustrie stark zugenommen. Die großen Brauereien aus dem In- und Ausland bedrängten die lokalen Brauereien, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügten, um eine Dampf- oder Kühlmaschine zu erwerben.  Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Importbier auch in Noord-Limburg eine große Konkurrenz für die kleinen Brauereien. 1914 beschlossen darum viele lokale Brauereien zusammenzuarbeiten und gründeten die N.V. Stoombierbrauerei „De Vriendenkring“. Es wurde eine neue moderne Brauerei in Arcen gebaut, in der direkten Umgebung von der 1913 gebauten Straßenbahnverbindung zwischen Venlo und Nijmegen.

Von der NV Stoombierbrauerei “De Vriendenkring” zu Hertog Jan Brouwerij

Die Brauerei „De Vriendenkring” überlebte sehr angeschlagen den 2. Weltkrieg. Ende der 40er Jahre gerät die Brauerei in finanzielle Schwierigkeiten und wird von der Brauerei „De Drie Hoefijzers“ aus Breda übernommen. Die Brauerei und die Marke „VK Bier“ bleiben jedoch bestehen. Im Jahr 1956 wird die alte Brauerei in Arcen modernisiert und in den Zustand versetzt, wie wir sie heute noch kennen. Im Jahr 1968 werden wiederum wegen finanzieller Probleme die „Drie Hoefijzers“ von der englischen Brauereigruppe „Allied Breweries Limited“ übernommen. Die Produktion in Arcen blieb wiederum bestehen. Im Oktober 1980 informierte „Allied Breweries Limited“ über die Pläne, die Abfüllanlage in Helmond und die Brauerei in Arcen zu schließen. Drei Mitarbeiter beschlossen daraufhin, die Brauerei in Arcen selbständig weiterzuführen und gründeten die „Arcense Stoombierbrouwerij B.V.“. Im Jahr 1982 kommt das erste Bier dieser Brauerei auf den Markt. In rasantem Tempo wurden Bierspezialitäten von hoher Qualität hergestellt. Das Sortiment war das größte und umfangreichste in den Niederlanden. Am 29. Oktober 1992 wird die „Arcense Bierbrouwerij B.V.“ durch „Oranjeboom (Verenigte Bierbrouwerijn Breda-Rotterdam/Allies Breweries Nederland) übernommen. Am 6. Februar 1995 wird die Brauerei wiederum von “Interbrew” übernommen. Im Jahr 1998 wird der Name der Brauerei von „Arcense Stoombierbrouwerij B.V.“ zu „Hertog Jan Brouwerij“ geändert.

Von der Brauerei “Het Anker” zur “Résidence La Vie en Rose”

In der Brauerei in Lottum wird noch bis zum Jahr 1920 in kleinen Mengen Bier produziert. Im Herbst 1920 wurde die Brauerei geschlossen, aber das Café blieb bestehen und wurde von verschiedenen Eigentümern weitergeführt. Im Jahr 1966  das Café und die Brauerei vollständig nieder. Auf dem heutigen Platz der Brauerei befindet sich ein Wohnhaus. In der vormaligen Bäckerei von Antoon Bos ist heute ein Antik- und Kunstgeschäft ansässig. Das Herrenhaus und der Bauernhof sind größtenteils unversehrt geblieben. Im Herrenhaus befinden sich noch diverse Details, die auch heute noch an die historische Brauerei erinnern. Obwohl der alte Bauernhof viel gelitten hat, ist dort heute noch die Atmosphäre von damals zu spüren. Der Bauernhof wurde Anfang 2009 restauriert und in ein luxuriöses Bed & Breakfast, mit dem Namen „Résidence La Vie en Rose“ umgebaut.